PHILIP KOJO METZ

DAS SCHWARZE KWADRAT

10.11.2018 – 08.12.2018



DAS SCHWARZE KWADRAT
Ausstellungskonzept Philip Kojo Metz

“Ich schwor,nach Duellrecht ihn zu erschiessen. Doch schob nach seinem Schuss ich den meinen auf”
Abend im Biwak / A.P. Puschkin aus: Der Schuss

Formal wird die Ausstellung eine Hommage an Kasimir Malewitsch, inhaltlich eine Collage aus Zukunftsentwürfen und dem Porträt der zeitgenössischen Berliner Kunstwelt, an einem exemplarischen Beispiel.
Im Zentrum der Ausstellung steht eine raumgreifende Skulptur mit dem Titel
“Das schwarze KWADRAT”, bestehend aus einem schwarzen Kubus, der den dreidimensionalen Raum der Galerie ausfüllt. Er erscheint zum einen als Negativform, zum anderen als Positivform und wird thematisch passende Kunstwerke, darunter Fotografien, eine Soundinstallation und poetische Texte, enthalten.

Die auf den transzendentalen Bildraum des Malewitschen Werks verweisende “Black Box” verweist vor allem auf das Spekulative im Gegensatz zum Historischen und Traditionellen, die immer auch mit Nostalgie und Regression einhergingen – war doch das Schwarze Quadrat auch ein Ausdruck der radikalen Befreiung von allen möglichen Traditionen. Eine Befreiung, die vor allem das Spekulative und damit auch das Neue ermöglichte.

An diese Ideen knüpfen die Arbeiten dieser Ausstellung formal und inhaltlich an. Im Vordergrund steht die Auseinandersetzung mit der heutigen Welt, die sich nicht mehr an “Ismen”, sondern an Wahrscheinlichkeitsdichten, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Versatzstücken, festmachen lässt – und die neue spekulative Räume, repräsentiert durch die „Black Box“ *, erforderlicher denn je machen. Es stellt also eine Projektionsfläche sowohl auf die Oberfläche als auch auf den Inhalt, das Innere bezogen, dar.

Die Skulptur soll später auch an verschiedenen Orten und in verschiedenen Kontexten im Sinne der “ Nomadic Sculpture” ausgestellt werden, wie das bei einigen meiner Arbeiten der Fall ist. (Beispiel s. Anhang)
Zwei der Arbeiten wird der Musiker, Soundkünstler und Autor Philipp Rhensius beisteuern. In einer Soundinstallation verknüpft er Ideen des Afrofuturismus mit denen der Russischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Beide Strömungen verbindet nicht nur die Dekonstruktion von Traditionen, sondern auch der Drang nach spekulativen Welten, die immer auch zu neuen Wirklichkeiten führen sollten. Geplant ist ein ca. 5-minütiger Sound-Loop, der eine Collage aus afrofuturistischen Tracks mit eigenen Kompositionen verknüpft. Im Vordergrund besteht hier, bezugnehmend auf die geometrische Form des Quadrats, die Auseinandersetzung mit der so genannten ″Square Wave‶, zu deutsch Rechteckschwingung.

*Black Box („schwarzer Kasten“) ist in der Verhaltensbiologie, speziell im frühen Behaviorismus eine Metapher für sämtliche psychischen und kognitiven Prozesse, die sich (noch) nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden objektiv messen, beschreiben und reproduzieren lassen. (Quelle: Wikipedia)